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4.04.2017-10.04.2017

Meine erste Legal Reise nach Amerika…

Es war schon am Anfang ziemlich legal dachte ich mir, ich eine russische Ingenieurin und 25 deutsche Anwälte, darunter Verleger aus Deutschland und Österreich, Start-ups … etc. Es wird nicht einfach, war mein erster Gedanke. Christian Solmeke saß in einer Reihe hinter mir und Markus Hartung ganz vorne.

Jetzt im Nachhinein würde ich mich mit allen Männern und der tapferen Nicole Narewsky ohne große Bedenken in ein Abenteuer stürzen. Es war eine tolle Gruppe mit interessanten Menschen.

Als ersten habe ich Oliver Schwartz kennengelernt und er war natürlich sehr neugierig, wie meine Arbeit aussieht und wie man auch generell in meiner Berufssparte so arbeitet. Jetzt fällt mir plötzlich ein, ich habe während dieser Reise ja keine einzige Frage über Putin gestellt bekommen — die muss ich sonst immer beantworten.

Am Ende des Fluges wurde mir Markus Hartung vorgestellt und wir gingen zusammen durch die Gates zur Pass- und Zollkontrolle. Die fast 200 Meter lange Schlange war eine hervorragende Möglichkeit um uns schon einmal ein bisschen kennenzulernen.

„San Francisco ist toll und ich fiebere mit dir mit, weil es ist deine erste Reise in die USA ist.“ sagte mir Daniel Fingerle.

Nach einer kurzen Befragung zum Zweck meiner Reise und der Abnahme von Fingerabdrücken links und rechts, sind wir mit der ganzen Gruppe flott in den Bus und anschließend schnell in unser Hotel (das Mountain View) gefahren. Dabei wären wir fast im falschen Hotel gelandet, weil es nahezu denselben Namen hatte wie unseres.

Am Abend ist dann ein Teil der Gruppe, die vier Schlauen, mit dem Taxi in das Restaurant Cascal gefahren. Es war im Nachhinein eine gute Entscheidung nach dem langen Flug nicht eine Stunde zu Fuß zum Restaurant zu laufen.

April 5, 2017:

Am nächsten Morgen ging es mit einem riesigen schwarzen Bus, er wurde sofort in den Rockband Star Bus umgetauft, zum Stanford Campus.

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Wie ein Spielraum im Kindergarten sehen die Laborräume aus. Bunte Klebezettel, Stifte und Kartons, so entstehen heute kreative Ideen und neue Projekte in Rechtsdienstleistungsmarkt. Mit Begeisterung erklärt dies Margaret Hagen, die Leiterin des Legal Design Lab in Stanford. So ist z.B. Design Thinking eine Methode, die zum Lösen von Problemen und zur Entwicklung neuer Ideen aus Nutzer Sicht gut geeignet ist. Studenten aus verschiedenen Disziplinen arbeiten gemeinsam viele Stunden um alle Bedürfnisse der Kunden zu berücksichtigen.

„Design Thinking is really being able to put yourself into shoes of a customer or a client, it’s putting their needs as the top priority, and then building business and capability around that. […] It’s an approach that we borrowed from the way the designers approach designing physical products, and refining increasingly that it’s a phenominal way of helping businesses solve problems.“

– sagte Frank Farall, Lead Partner: Deloitte Digital

Es war immer meine Überzeugung gewesen, dass Mandantenanforderungen in jedem erfolgreichen Konzept ganz vorne stehen müssen. Mandantenorientiertes Marketing für Anwälte — das ist die Zukunft.

Nachmittags ging es zu SAP. Dort erzählt uns Jay Mandal, wie seine Wunder – Karriere bei SAP verlaufen ist. Seine Eltern stammen aus Indien und er ist ganz stolz, das er als Rechtsanwalt in einer einfachen Kanzlei angefangen hat, um danach zu Apple als Leiter der M&A-Abteilung zu wechseln. Später verkaufte er sein Business an Rocket Lawyer.

Gekrönt wurde dieser tolle Tag mit einer spannenden Suche nach dem Häuschen von Steve Jobs und interessanten, ideenbringenden Gesprächen unterwegs. Anschließend spielten wir noch Pinball in Antonios Nut House in San Francisco.

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April 6, 2017:

An diesem Tag besuchten wir die Codex Future Law Konferenz 2017 und diese hat deutlich gezeigt, wer ein starkes Interesse an „Future for Lawyer“ hat, aus fast 300 Kongress Gästen war fast jeder 10. aus unserer Gruppe (www.codexfuturelaw.com). Elisabeth Magill, Richard E. Lang (Stanford Law Scholl), Roland Vogl (Executive Director of CodeX- The Stanford Center) und Nicole Shanahan (CodexFellow) haben den Kongress eröffnet. Die Prognosen im Rechtsdienstleistungsmarkt und faszinierende neue Projekte, wie der Chatbot von den talentierten russischen Erfindern Andrey Zinoviev und Artem Goldman haben die meisten Diskussionen hervorgerufen. Die Idee kam ihnen, als Andrey auf ein Einreise Visum viel zu lange warten musste. Viele Immigranten haben überhaupt keine Aufenthaltsgenehmigung in den USA, dieses Problem könnte man mit dem Visabot lösen: Auf die offenen Fragen eine Antwort bekommen und einen Visumsantrag stellen (www.visabot.co).

April 7, 2017:

Das „Welcome Breakfast“ und die „Introductions in CodeX Workshops und Start-Ups Showcases“ waren an diesem Tag eine echte Bereicherung. Das Programm erspart Kosten, die später für den Anwalt ausgeben werden müssen. Beagle kann kommunizieren und Dialog führen. Cian O’Sullivan (CodeX Fellow und Top Dog & Founder von Beagle) ist ein überzeugter Optimist und hat seine Liebe zu Tieren mit seiner Geschäftsidee verbunden und diese auch wunderbar visualisiert. Er lobte auch meine Eule als sehr authentisch, schauen wir mal…

Gurinder Sangha präsentierte LexCheck, dieses Programm beschäftigt sich mit Dokumenten, überprüft Texte und Inhalte auf Rechtschreibfehler. Aber nicht nur das, es ersetzt praktisch Juristen in Kanzleien bei der Bearbeitung von Dokumenten und der Texterstellung.

April 8, 2017:

Endlich in San-Franzisco angekommen! Ein Spaziergang am Pier 39 im Fishermans Wharf und eine Fahrt im Cable Car waren für die ganze Gruppe die faszinierendsten Eindrücke. Die Gruppe hat sich schließlich in der Stadt geteilt. Aber spätestens beim gemeinsamen Abendessen im Bistro Boudin waren wir wie eine Familie wieder vereint. Solche Reisen schweißen Menschen zusammen. Das Leben geht aber weiter mit vielen neuen Eindrücken, neuen Ideen, die wir jetzt alle, da bin ich mir sicher, im Alltag einbringen werden … Schauen wir mal, was die Reise uns gebracht hat und bis zum nächsten Mal!

P. S. Ein ganz besonderer Teilnehmer unserer Gruppe war eine mitgebrachte Drohne von Oliver Allesch Rechtsanwalt, die es fast bis zum berühmten Gefängnis Alcatraz geschafft hatte, aber die „Mission“ war dann doch „Impossible“ und die Drohne versank im Meer. Die nächste Mission mit einer neuen Drohne wird aber bestimmt erfolgreich sein …

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